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Dr. Andreas Pacholski

Wege bereiten für das grüne Düngen

In seiner Jugend begeisterte sich Andreas Pacholski für den Ökolandbau: Als Schüler arbeitete er auf einem der ersten Biobetriebe in Nordrhein-Westfalen mit und engagierte sich daneben auch in Umweltgruppen. Die Wahl seines Studienfachs fiel ihm deshalb nach dem Abitur nicht schwer: Er entschied sich neben dem Zweitstudium der Philosophie für Geoökologie an der Technischen Universität Braunschweig und promovierte dort auch. 

Damals entwickelte er in seiner Promotionsarbeit ein einfaches Verfahren zur Ammoniakmessung in der Landwirtschaft. „Diese Emissionen sind bis heute mein Herzensthema“, sagt Pacholski. Sie entstehen bei der Düngung mit mineralischen und organischen Stickstoffdüngern. Übermäßig angewendet schaden sie nicht nur Gewässern und der Artenvielfalt, sondern auch dem Klima. Denn ungenutzte Mengen wandeln sich im Boden um zu Lachgas, welches je Molekül deutlich klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Letzteres wird wiederum auch bei der konventionellen Produktion der Düngemittel freigesetzt und das in großen Mengen, denn die Herstellung verbraucht viele fossile Energien, insbesondere Erdgas.

Das Messverfahren, das Pacholski in seiner Promotion entwickelte, ist heute in Deutschland etabliert – und er selbst Leiter der Arbeitsgruppe Ammoniakemissionen in der Landwirtschaft am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz. Ihn fasziniere diese „Schnittstelle von Produktivität, menschlicher Gesundheit, Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen“, sagt der Forscher.

Im Landschaftslabor EiLT will er nun untersuchen, wie sich diese Emissionen senken lassen, sowohl bei der Herstellung von Düngemitteln als auch bei ihrem Einsatz auf Äckern. Zugleich soll aber die Produktivität dieser Flächen gesteigert werden – ein bedeutsames Ziel. Denn aus dem Biolandbau, wo der Einsatz mineralischer Düngemittel generell verboten ist, weiß man, dass der Ertrag durch diesen Verzicht bei wichtigen Kulturen wie Weizen oder Raps im Vergleich zum konventionellen Anbau um bis zu 50 Prozent niedriger sein kann. Derartige Werte sind in Hinblick auf den Flächenverbrauch und die Ernährungslage der wachsenden Weltbevölkerung kritisch.

Auf den Versuchsflächen in Trenthorst will Pacholski deshalb auch untersuchen, ob geringere, ökologisch vertretbare Düngegaben mit mineralischem Stickstoff ausreichen, um die Ertragslücke maßgeblich zu verringern. Dabei setzt er auf sogenannte grüne Düngemittel: Sie sind mit regenerativer Energie hergestellt, also deutlich klimafreundlicher als herkömmliche Produkte. Außerdem nutzen sie recycelte Nährstoffe, etwa aus Gülle oder den Gärresten aus Biogasanlagen.

Wissenschaftlich ist der Einsatz derartiger Dünger noch kaum untersucht. Diese Wissenslücke will Pacholski durch seine Forschung in Trenthorst nun schließen. Und auch die Arbeit auf Biobauernhöfen könnte er damit bedeutsam verändern. Denn seine Erkenntnisse sollen einfließen in mögliche neue Nachhaltigkeitsregeln zum Ökolandbau.


Kontaktdaten: 

Thünen-Institut für Agrarklimaschutz
Bundesallee 65
38116 Braunschweig

Telefon: +49 531 2570 1070

E-Mail:  andreas.pacholski@thuenen.de 
 

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