Trenthorst ist um 800 Gehölze reicher geworden. Forschende pflanzten sie Anfang November in fünf Streifen von insgesamt 1.200 Metern Länge im Landschaftslabor EiLT. Als Hecken-Agroforstsystem wachsen sie auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche und werden dabei auch selbst gezielt bewirtschaftet. Sowohl im Experimentierfeld Heckenwelt als auch im Projekt CatchHedge werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fachübergreifend an den neuen Hecken forschen.
Gepflanzt wurden vier verschiedene Heckentypen, deren Pflanzenarten jeweils einer bestimmten Nutzung dienen. Die Floristikhecke soll Blüten, Früchte, Äste und Blätter für die Floristikbranche liefern. Sie beheimatet Kornelkirsche, Schneeball, Stechpalme, Zaubernuss, Rosa Salweide, Zierapfel und Wildrose. Die Gerbstoffhecke liefert pflanzliche Gerbstoffe – etwa für die Leder- und Holzschutzmittelindustrie. Zu ihr gehören Stiel-Eiche, Faulbaum und Kirschpflaume. Die beiden Biomassehecken stellen verschiedene Rohstoffe zur Verfügung, etwa für Verpackungen und Biokunststoffe. Dabei setzt sich die Pionierhecke aus Baumarten zusammen, die schnell viel Holz bilden: etwa Aspe, Hänge-Birke und Schwarz-Erle. Die Klimaxhecke enthält dagegen Baumarten, die langsamer wachsen aber dafür widerstandsfähiger sind: Flatter-Ulme, Winterlinde und Feldahorn.
Die sechs Thünen-Fachinstitute für Forstgenetik, Ökologischen Landbau, Holzforschung, Waldwirtschaft, Marktanalyse und Biodiversität werden die Hecken nutzen, um interdisziplinäre Forschungsfragen gemeinsam zu beantworten. Untersucht wird unter anderem, wie Hecken den Boden beeinflussen, wie sich Erträge und Biodiversität entwickeln und welche neuen Nutzungs- und Einkommensmöglichkeiten Gehölze zusätzlich bieten können. Neben dem Experimentierfeld für die Forschung entsteht gleichzeitig ein Anschauungsbeispiel für Landwirt*innen, die in ihren Betrieben Hecken-Agroforstsysteme umsetzen möchten.









